Segen und Glaube Abrahams 1.Mose 12.3

Mit Abraham beginnt ein neuer Abschnitt in der Weltgeschichte. Es sind nicht die Menschen, die eine Zeitenwende starten. Gott beginnt damit, seinen Heilsplan für die Menschheit umzusetzen. Es ist keine Katastrophe, keine Demonstration seiner Macht und Herrlichkeit mit denen er die Menschen überzeugen und für sich einnehmen will.
Die Herrlichkeit der Nähe Gottes haben Adam und Eva nicht mit dauerhaftem Vertrauen an Gott gebunden.
Seine Machterweisung bei der Sintflut hat die Menschheit nicht in eine bleibende Gottesfurcht geführt.
Auch das Scheitern der menschlichen Anstrengungen beim Turmbau zu Babel, etwas wirklich Großes zu schaffen und damit über sich selbst hinaus zuwachsen, hat keine Erfüllung ihrer Sehnsüchte gebracht, geschweige denn einen Ersatz für das, was sie verloren hatten, ein vertrauensvollen Verhältnis zu Gott in unanfechtbarer Ehrfurcht.

Gott macht keinen Zeitsprung in die Vergangenheit – wie in einem Sciencefiction Film – um ohne den Sündenfall die Menschheitsgeschichte perfekt ablaufen zu lassen.

Gott hat einen neuen Weg vorbereitet, der jetzt deutlich wird und zur Rettung der Menschen führen wird.
Die Beziehung zum Menschen könnte auf Befehl und Gehorsam aufgebaut werden.
Aber Gott geht einen gegensätzlichen Weg. Obwohl der Mensch aus der Gottesfurcht gefallen und ungehorsam geworden ist, will er ihn nicht erniedrigen, sondern er schafft eine neue Basis, auf der das Verhältnis zwischen Mensch und Gott wiederhergestellt wird. Und auf dieser neuen Basis wird es eine höhere Qualität haben, als direkt nach der Schöpfung.

Dieser neue Weg ist Glaube und Vertrauen.

Im Paradies war eigentlich alles perfekt, für alles war gesorgt, die Beziehung zu Gott ungetrübt. Glaube und Vertrauen waren als Herausforderung oder Prüfung eigentlich nicht nötig. Es gab nur eine eigentlich harmlose Herausforderung, nämlich von zwei unter den vielen Bäumen nicht zu essen. Unter den paradiesischen Umständen konnte ein gefestigter Glaube nicht wachsen. So führte die erste harmlose Versuchung aus menschlicher Sicht zur Katastrophe, dem Verlust des Paradieses.

Gott wusste sicher, dass dies geschehen würde und so konnte er damit beginnen, seine Schöpfung zu vollenden, was erst am Ende unserer Zeit erfüllt sein wird.
Offenbarung 21.1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 22.4 und sie werden sein Angesicht sehen; und sein Name wird an ihren Stirnen sein. 22.5 Und Nacht wird nicht mehr sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes einer Lampe und des Lichtes der Sonne, denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.
Unvorstellbar diese Worte und sie können auch nur unvorstellbar sein, denn sie sind ein Blick durch den Vorhang in die Ewigkeit Gottes.

Mit der Berufung Abrahams beginnt, so könnte man sagen der zweite Teil der Schöpfung. (siehe 2. Korinther  5.17 Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.) Es ist in Gottes Zeit ein kurzer Abschnitt bis dies vollendet ist, aber in unserem Zeitverständnis sind es einige tausend Jahre.

Außer Abraham gab es noch andere Menschen, die ein vertrauensvolles Verhältnis zu Gott hatten:

1. Mose 14.18 Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten.

1. Mose 20.3 Und Gott kam zu Abimelech im Traum der Nacht und sprach zu ihm: ..

Bei Abraham beginnt Gott das Verhältnis zu den Menschen auf eine höhere Ebene zu bringen, die Ebene des Glaubens:

Glaube ist mehr als die Überzeugung, dass es einen Gott und Schöpfer der Erde und der Menschen gibt.

Glaube ist auch mehr als Begegnung und vertrauensvolle Beziehung zu Gott.

Glaube bedeutet, Gott macht uns zu Partnern beim Aufbau seines Friedensreiches und der Vollendung seiner Schöpfung (Offenbarung 21, siehe oben).

Der Glaube entwickelt sich in verschiedenen Phasen:

  1. Ein hörendes und fragendes Herz: Wenn ich mit meiner Situation allein zurecht zu kommen meine und nicht nach etwas suche, das mir mein Herkommen und das eigentliche Ziel meines Lebens zeigt, werde ich nur auf laute unüberhörbare Stimmen reagieren, aber nicht auf ein leises mich achtendes und liebendes Rufen. Gottes Rufen ist immer mich achtend, mich liebend. Darauf muss ich eingestellt sein mit einem Hören auf leise Regungen mit denen Gott mein Herz berührt. Abraham war darauf offensichtlich eingestellt, er vernahm Gottes Reden „Und der HERR sprach zu Abram“.
  2. Gottes Reden hören und erkennen: Gottes Reden kann zu uns durchdringen und doch können wir es überhören oder verdrängen, weil wir beschäftigt sind oder es in Zweifel ziehen. Wir müssen uns mit seinem Reden zu uns in unserem Herzen damit auseinandersetzen, es auf uns wirken lassen, bis wir es annehmen können und gewiss sind: Gott hat zu mir gesprochen! „Geh aus deinem Land … in das Land, das ich dir zeigen werde“.
    Abraham hat dies als Gottes Wort erkannt. Er war so davon überzeugt, dass es sein Leben in eine ganz neue nicht geplante Richtung führte.
    Was Gott ihm sagte, hat alle seine Vorstellungen gesprengt. „Und ich will dich zu einer großen Nation machen und will dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein! 12.3 Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.“
  3. Im Gehorsam folgen: Diese Verheißung Gottes hat sicher das Vorstellungsvermögen Abrahams bei weitem überstiegen und wenn er Gott nicht nahe gekannt hätte, hätte er es als etwas Unmögliches und einen Hörfehler abgetan.
    Aber der Gehorsam fragt nicht: Ist dieser Auftrag Gottes oder diese Verheißung möglich? Wenn Gott zu mir redet, sind meine Unmöglichkeiten und Beschränkungen nicht mehr mein Problem sondern sein Problem. Unsere Aufgabe ist es, im Gehorsam den Schritt zu gehen, den Gott mir jetzt aufträgt und zutraut. Das hatte Abraham verstanden oder es war Teil seines Wesens. Und so heißt es schlicht und einfach: „Und Abram ging hin, wie der HERR zu ihm geredet hatte“
  4. Auf das Wort Gottes vertrauen auch wenn die Verwirklichung noch nicht sichtbar ist: Der erste Gehorsams-schritt ist wichtig, aber damit beginnt nicht unbedingt eine direkter einfacher und logischer Weg zu dem Ziel der gegebenen Verheißung. Wenn Gott jemanden beruft, eine Verheißung gibt, geht es nicht nur um den Empfänger der Verheißung. Alles Tun und Wirken Gottes, ist immer ein Teil seines Heilsplans mit uns Menschen. Und jeder bekommt von ihm darin eine Aufgabe. Darum sehen wir, wenn wir Gott folgen nicht immer dies Ziel, aber Gott verliert es nie aus den Augen. Das musste auch Abraham erfahren: Er wurde in das verheißene Land geführt, aber er blieb ein Fremdling darin und musste es zeitweise wieder verlassen, als ihn eine Hungersnot zwang nach Ägypten zu ziehen. Und der verheißene Nachwuchs ließ auch auf sich warten. Abraham blieb nicht vor schweren Zweifeln verschont und wich immer wieder von dem direkten Gehorsams-Weg ab. Aber Gott wich nicht von seinem Weg mit Abraham und seiner Verheißung ab. Und so lernte Abraham Gott immer mehr als einen treuen Gott kennen, dem nichts unmöglich ist. ER zweifelte schließlich nicht mehr, dass Gott einer unfruchtbaren alten Frau und ihrem greisen Ehemann noch einen Sohn schenken würde, dem er die ihm gegebenen Verheißungen weitergeben sollte.
  5. Prüfungen annehmen. Abraham wurde dann der verheißene Sohn Isaak geboren. Abraham war zudem wohlhabend und eigentlich hätte es dabei bleiben können. Aber Gott verlangte später etwas ganz Unmenschliches: Er sollte seinen Sohn Isaak opfern. Wir kennen die inneren Kämpfe Abrahams nicht, aber er ging auch diesen Weg des Gehorsams, bis Gott sich ein anders Opfer aussuchte. Abraham verlor seinen Glauben nicht, dass Gott treu ist und auch wen es unmöglich aussieht, doch einen Weg hat, seine Verheißungen zu erfüllen. Gottes Verheißung ist: „du sollst ein Segen sein“  Diese Verheißung kann nur erfüllt werden, wenn die Sünde durch ein unschuldiges Opfer getilgt wird. Dies Opfer konnte nicht Isaak sein, aber dieser Bericht ist ein Hinweis auf den Opfertod Jesu.

Gott hat Abraham geformt zu einem Mann des Glaubens, dessen Glaube an ihn, zu einem unerschütterlichen Vertrauen wuchs. Diesem Man des Glaubens hat er mit einem Segen beschenkt, dessen Verwirklichung in seinem Leben nur begann, aber der sich fortpflanzte, bis in Jesus das Werk der Erlösung als Angebot an die ganze Menschheit geschah. Das Thema des Segens Abrahams soll weitergeführt werden.

Über Beiträge als Ergänzungen oder Korrektur bin ich dankbar.

—- Bibelstellen —–

1.Mose.12.1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde!

12.2 Und ich will dich zu einer großen Nation machen und will dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein!

12.3 Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!

12.4 Und Abram ging hin, wie der HERR zu ihm geredet hatte, und Lot ging mit ihm. Abram aber war 75 Jahre alt, als er aus Haran zog.

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14.18 Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten.

14.19 Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde geschaffen hat!

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20.3 Und Gott kam zu Abimelech im Traum der Nacht und sprach zu ihm: Siehe, du bist des Todes wegen der Frau, die du genommen hast; denn sie ist eine verheiratete Frau.

20.4 Abimelech aber hatte sich ihr nicht genaht; und er sprach: Herr, willst du denn eine gerechte Nation erschlagen?

 

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