damit sie alle eins seien – Johannes 17.20

Eins In Christus
Bitte Jesu für Christen verschiedener Gemeinden und Konfessionen

Jesus hat ein reiches Gebetsleben geführt. Man kann seine Gebete nach ihrer unterschiedliche Art einteilen.

  1. Gebet im eins sein mit dem Vater:
    Jesus hat sich immer wieder zurückgezogen, um im Gebet die Verbindung mit seinem Vater nicht abreißen zu lassen und Kraft für seinen Auftrag zu haben.

  2. Gebet in Vollmacht:
    Wenn Jesus Menschen in einer Not traf, wusste er, was der Vater durch ihn tun wollte. Er gebot dann der Not, so dass sie weichen mußte.

  3. Gebet als Modell für die Jünger:
    Wenn wir nicht wissen, wie wir unsere Not und Sorgen für uns und die Welt in Worte fassen sollen, ist das „Vater unser“ eine Anleitung unser Leben und das, was im Reich gottes wichtig ist, vor Gott zu tragen und so Anteil daran zu haben.

  4. Fürbitte:
    Weil Jesus immer wußte, was der Vater tun will und von ihm Vollmacht hatte, brauchte er kein Fürbittegebet, sondern konnte gebieten, dass der Wille des Vaters umgesetzt wurde, wie Krankenheilung und anderes.
    Gebet um Frieden und andere Belange der Menschheit konnte er dem Willen des Vaters überlassen.
    Aber Jesus weinte auch über die Folgen des menschlichen Ungehorsams, wie über die bevorstehende Zerstörung Jerusalems. Darin zeigt sich seine Liebe, auch wenn bestimmte katastrophale Dinge geschehen mussten und müssen.

  5. Gebet zum Vater für sein wichtigstes Anliegen:
    Jesu Gebete zum Vater geschahen in der Zurückgezogenheit und sind daher mit wenigen Ausnahmen nicht bekannt.
    Das Gebet in Johannes 17 gehört zu den Ausnahmen.

Johannes 17.20 Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die,
welche durch ihr Wort an mich glauben,
(21) damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir,
dass auch sie in uns eins seien,
damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

Jesus wußte, was ihm am Ende seines irdischen Lebens bevorstand, nämlich die Schuld der Welt zu tragen, indem er ohne eigene Schuld sein Leben dahingab. Trotzdem ließ er sich nicht darin beirren, seine Botschaft von der Liebe und Gnade Gottes zunächst für das Volk Israel zu verkündigen.

Aber er wußte und sah, daß seine Botschaft die ganze Welt erreichen sollte. Aber er sah auch die Gefahr, dass seine Botschaft durch menschliche Vorstellungen und Erwartungen in ihrer Kraft und heilsbringenden Wirkung bedroht würde.

Wenn menschliche Auslegungen – ohne geduldiges Hören auf die Führung Gottes – die Beziehung seiner Nachfolger untereinander und zu ihrem Gott bestimmen, dann entstehen Meinungsverschiedenheiten, Streit und Spaltung.

Jesus sah diese Gefahr und er sah, dass es zu Uneinheit und Spaltungen kommen würde.

Darum bittet Jesus den Vater um die Einheit seiner Nachfolger. Und er weiß, dass diese Bitte im Willen des Vaters ist und daher sich zur rechten Zeit erfüllen wird.

Und dies Bitten war sicher gefüllt mit tiefem Schmerz über die Spaltungen, die er kommen sah. Aus dem Gebetstext spürt man seine Sorgen und seinen Schmerz.

Aber diesen Gebetskampf hat er nicht wie sonst für sich behalten, sondern seine Jünger und damit auch uns daran Anteil nehmen lassen.

  • Jesus leidet unter der Spaltung unter seinen Nachfolgern. Wenn wir Jesus wirklich lieben,wird dies sein Leiden auch unser Leiden.
    Und wir werden bewegt, in unserem Herzen und in unserem Verantwortungsbereich alles auszurotten, was dem Eins sein entgegensteht.

  • Es gibt Trost und Hoffnung. Denn der Vater wird das Gebet seines Sohnes nicht unerhört lassen. Dies Eins sein wird in Erfüllung gehen. Darum ist alles, was wir dafür tun nicht umsonst, wir sehen, wie es sich stückweise erfüllt. Und wo das, was wir sehen, noch sehr unvollkommen ist, tragen wir mit unserem Ausharren in der Hoffnung auf das Kommende dazu bei, dass die Zeit der Erfüllung näher kommt.

  • Die Einheit der Christen wird eine wunderbare Frucht tragen. Jesus lebt in seinen Nachfolgern und wird, wenn wir seine Liebe nicht unterdrücken, zum Licht, das andere sehen und anzieht. Wenn wir zu Einheit gefunden haben, wird dies Licht nicht nur für Einzelne, sondern für die Welt sichtbar. Und die Welt wird erkennen, wer Jesus ist und sie wird sich entscheiden können und müsssen.

Ich habe den Eindruck, dass es höchste Zeit ist, dass sich nicht nur geistliche Leiter sondern jeder Nachfolger Jesu mehr auf dies Gebet Jesu besinnt und der Verheißung, die es beinhaltet, nacheifert.

 

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