Freiheit in der Beziehung zu Jesus – Lukas 10 42 Maria aber hat das gute Teil erwählt

Bei seinen Wanderungen zu den verschiedenen Orten besuchte Jesus auch immer wieder Menschen., die ihm gegenüber offen waren, in ihren Häusern. Über diese vielen Besuche berichten die Evangelisten nur wenig. Wir würden gerne mehr von diesen alltäglichen Dingen lesen, die das Leben Jesu ausmachten. Aber die Bibel soll kein Reiseführer und keine Dokumentation des alltäglichen Lebens zur Zeit Jesu sein.
Der Zweck der Evangelien ist es, den Lesern die Lehre Jesu zu übermitteln. Wenn wir die Bibel nur wie andere Berichte aus der Zeit Jesu lesen und nicht seine Lehre aufnehmen, haben wir nichts davon.

Ein Haus, das Jesus mehrfach besuchte.ist das Haus der Martha in Betanien, sie wohnte dort mit ihrer Schwester Maria und ihrem Bruder Lazarus. Jesus liebte diese drei Geschwister besonders und sie liebten ihn.  Doch sie zeigten das auf unterschiedliche Weise,  das macht diesen Bericht besonders interessant. Liebe muss sich immer einen Ausdruck suchen. Und die beiden Schwestern und auch wohl ihr Bruder haben jeweils eine ihnen gemäße Wahl getroffen, ihre Liebe und Beziehung zu Jesus auszudrücken.

Die Lebensumstände dieser drei Geschwister, sind den Evangelisten nicht wichtig, aber ihre Beziehung zu Jesus, ihre Liebe zu ihm und wie sich das bei ihren Begegnungen zeigte.

Jesus liebt sie und sie liebten Jesus, das ist bei den Geschwistern gleich und sie sind offensichtlich ledig, aber sonst verhalten sie sich sehr unterschiedlich. Ich versuche einige Eigenschaften und Unterschiede aufzuzeigen.

  • Martha: Ihr gehört das Haus und sie hat ihre Geschwister darin aufgenommen. Wie sie in den Besitz des Hauses gekommen ist, bleibt unbekannt. Sie steht mitten im Leben, sie pflegt Beziehungen und ist großzügig. Sie interessiert sich für das, was passiert und so hat sie auch von Jesus gehört und glaubt seiner Botschaft. Darin stimmt sie mit ihren Geschwistern überein. Sie hat Jesus mit ihren Geschwistern öfter aufgenommen. Es hat sich eine gegenseitige liebevolle Beziehung aufgebaut.
    Sie ist die tatkräftigere, mehr von einer praktischen Vernunft geprägte Schwester, darum drückt sich ihre Liebe in praktischen Liebesbeweisen, die zu einer gepflegten Aufnahme von Gästen gehören, aus.
  • Maria: Sie wohnt im Haus ihrer Schwester und hat ein gutes Verhältnis zu ihr. Sie hat ein zurückhaltenderes Wesen als ihre Schwester und tritt daher nicht in Konkurrenz zu ihr. Sie ist in ihrem Glauben verankert und versucht ihre Erkenntnisse auszuweiten. Darum konnte sie auch Jesus als Sohn Gottes erkennen und seine Liebe erwidern. Maria ist weniger tatkräftig, sie lässt sich mehr von ihrem Herzen bewegen. Über das Hören auf die Worte Jesu vergisst sie, auf das Wohl ihrer gemeinsamen Gäste zu achten.
  • Lazarus: Vom Leben und Wesen des Lazarus wird wenig gesagt. Er wohnte auch im Haus seiner Schwester und hatte, die für einen Mann im Haus üblichen Pflichten. Er hatte offensichtlich ein gutes Verhältnis zu seinen Schwestern.
    Aber er war ein gewöhnlicher Mensch, von dem nichts ausging, über das die Evangelisten berichten sollten. Aber doch muss er etwas besonderes gewesen sein. Es waren nicht seine Werke oder Lehren, es kann nur ein Gott wohlgefälliges Herz gewesen sein. Dies Herz hat sich sicher im Umgang mit anderen Menschen gezeigt. Manche Menschen haben das sicher nicht geachtet, aber Jesus hat es erkannt und ist ihm begegnet. Daher gehört er zu den wenigen Menschen, von denen die Bibel bezeugt, dass Jesus ihn liebte. Jesus liebt jeden Menschen, aber nicht bei jedem Menschen kann sich diese Liebe entfalten. Die Liebe Jesu kann sich nur entfalten, wenn das Herz des geliebten Menschen sich öffnet und eine Beziehung zu dem Herzen Jesu wachsen lässt. Wenn dies geschieht, sind Leistungen, die einem Menschen sonst Bedeutung verleihen ohne Gewicht. Eine derartige Liebe hat Lazarus und auch seine beiden Schwestern ausgezeichnet.

Das Äußere dieser Begegnung hate keine besondere Besdeutung:
Martha hatte Jesus eingeladen und ihre Schwester Maria war auch dabei. Vielleicht war es, wie bei dem Treffen in Johannes 12, da waren Lazarus und die Jünger Jesu auch anwesend.

Was wird weiter von dieser Begegnung berichtet.?
Es wird von keiner Lehre Jesu, keinem Gleichnis oder etwas Ähnlichem berichtet.
Aber es werden zwei unterschiedliche Ausdrucksformen der Liebe zu Jesus gezeigt. Jesus lässt uns dabei die Wahl und freut sich darüber.

  • Martha nahm Jesus (und die Jünger) in ihr Haus auf:
    Hiermit zeigte Martha, dass sie Jesus schätzte und liebte. Es wir nicht gesagt, dass Jesus gefragt hatte, also kam die Einladung aus ihrem Herzen. Mit der Einladung war eine angemessene Bewirtung ihrer Gäste verbunden.
    Martha hatte sich die Bewirtung Jesu als ihren Liebesdienst ausgewählt.
  • Maria setzte sich zu den Füßen Jesu:
    Dies zeigt, wie fasziniert Maria von der Gegenwart Jesu und seinen Worten war. Sie vergaß darüber, dass sie auch zu den Gastgebern gehörte und mit ihrer Schwester den Gästen eigentlich dienen musste.
    Maria hatte eine enge innere Beziehung und das Hören auf sein Wort als ihren Liebesdienst ausgewählt

Nüchtern gesehen hatt Maria Martha im Stich gelassen. Martha wollte ja Jesus mit ihrem Dienst etwas Gutes tun. Um dies umzusetzen, brauchte sie die Hilfe ihrer Schweseter. Sie konnte noch nicht erkennen, dass Martha zu Füßen Jesu, auch einen Liebesdienst tat. Sie ging davon aus, dass es auch im Wunsch Jesu wäre, wenn sie mit Maria zusammen den Gästen dienen würde.
Jesus zu dienen ist ein ehrenvoller Dienst, aber allein schafft Martha das nicht. Wie kann dies Dilemma gelöst werden?

  1. Maria selbst zum Dienst rufen. Martha bittet ihre Schwester nicht selbst direkt um Hilfe, das wäre lieblos gegenüber Jesus, der etwas zu sagen hat.
  2. Maria durch Jesus zum Dienst rufen. Martha weiß, dass Jesus es schätzt, wenn die Liebe zu ihm auch in praktischen Diensten ihren Ausdruck findet. Das spricht sie an mit den Worten: „Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mich allein gelassen hat zu dienen? “ Martha erwartete wohl Worte, wie folgt: „Maria, hilf doch deiner Schwester, sie macht sich soviel Mühe und will, dass ich mich wohl bei euch fühle. Wir haben später noch Zeit miteinander zu reden.“ Aber Jesus reagiert anders.
  3. Dienste auf das Gute abstimmen. Jesus würdigt es immer, wenn wir unsere Liebe zu ihm nicht nur durch Worte bekennen, sondern auch mit unserem Verhalten auszudrücken versuchen. Es kommt auf unser Herz an. Und wenn unser Herz Jesus liebt, findet es auch einen Weg, dies mit unseren Gaben und Möglichkeiten auszudrücken. Martha und Maria haben unterschiedliche Ausdrucksformen ihrer Liebe zu Jesus bei dieser Begegnung gewählt.
  • Martha hat es gewählt Jesus zu dienen. Darum hat sie ihn eingeladen,
  • Maria hat es gewählt, mehr von Jesu Wesen zu erfahren und in sich aufzunehmen. Darum hat sie sich zu seinen Füßen niedergelassen.

Jesus würdigt Beides: Mit den Worten zu Martha, „Du bist besorgt um vieles„, setzt er ihren Dienst nicht herab sondern würdigt ihn, denn er hat ihre Gastfreundschaft angenommen.
Mit den Worten, „Maria aber hat das gute Teil erwählt„, wendet er sich an Martha und Maria.
Beiden sagt er, das Dienen ist nicht die einzige Ausdrucksform der Liebe, sondern eine Beziehung zu Jesus, die sich im Austausch über das, was die Herzen bewegt, ausdrückt, ist der beste Teil der Liebe. Wenn Martha das verstanden hat, bekommt sie nicht nur Lohn für ihren Dienst an Jesus, sondern ist auch in ihrer Erkenntnis gewachsen.
Maria sagt er, du hast deinen Dienst an mir zwar etwas vernachlässigt, aber dass du mich näher zu erkennen versucht hast, ist mir viel lieber.

Die Erzählung von Martha und Maria zeigt zwei Ebenen, in der sich Liebe ausdrücken kann. Schade, wenn dies beiden Ebenen gegeneinander ausgespielt werden. Das kann nicht funktionieren, denn die beiden Ebenen der Liebe gehören untrennbar zusammen.

  1. Die Liebe zu Jesus ist mit vielen Diensten verbunden. Das verlangt von uns Kraft, Zeit und Opfer.
    Echte Liebe ist bereit, all dies aufzubringen. Dies geschieht in der Ebene des alltäglichen, praktischen Lebens. Es sind praktische Zeichen die immer wieder geschehen und das Leben durchziehen sollen.
  2. Aber der Kern der echten Liebe, liegt in der Ebene der Herzen. Darüber gibt es viele gute Bücher.
    Dazu gehört, dass ich versuche Jesus immer besser zu verstehen,
    in meinen Gebeten,
    in meinem Studium seines Wortes,
    in meinem Dank für alles, was ich ihm verdanke und
    indem ich ihn preise für alles Gute was die Schrift von ihm bezeugt.

Weil Gott Liebe ist, hat er das Universum und uns geschaffen. Auch wenn das von ihm geschaffene für die Zeit dieser Welt vom Bösen angegriffen und teilweise verdorben ist, so bleibt Gott und seine Liebe unveränderlich in dieser Zeit und darüber hinaus. Jeder Mensch, der von der Botschaft Jesu hört, hat die Möglichkeit, sich neu für die Liebe Gottes zu entscheiden und der Macht des Bösen über sein Leben zu entkommen. Denn Jesus hat durch seinen Tod am Kreuz das Böse besiegt und überwunden. Jeder, der sich zu Jesus bekennt, wie es in der Bibel gelehrt wird, ist in den Sieg Jesu und in seine Liebe einbezogen.


Bibelstellen

Lukas 10.38 Es geschah aber, als sie ihres Weges zogen, dass er in ein Dorf kam; und eine Frau mit Namen Martha nahm ihn in ihr Haus auf.
10.39 Und diese hatte eine Schwester, genannt Maria, die sich auch zu den Füßen Jesu niedersetzte und seinem Wort zuhörte.
10.40 Martha aber war sehr beschäftigt mit vielem Dienen; sie trat aber hinzu und sprach: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mich allein gelassen hat zu dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfe!
10.41 Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha! Du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge;
10.42 eins aber ist nötig. Maria aber hat das gute Teil erwählt, das nicht von ihr genommen werden wird.

Johannes 1.1 Es war aber einer krank, Lazarus, von Bethanien, aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Martha.
… 1.3 Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank.
….  11.20 Martha nun, als sie hörte, dass Jesus komme, ging ihm entgegen. Maria aber saß im Haus.
11.21 Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben;
11.22 und jetzt weiß ich, dass, was du von Gott bitten magst, Gott dir geben wird.
….  11.28 Und als sie (Martha) dies gesagt hatte, ging sie hin und rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte: Der Lehrer ist da und ruft dich.
11.29 Als jene es hörte, steht sie schnell auf und geht zu ihm.

Johannes  12.1 Jesus nun kam sechs Tage vor dem Passah nach Bethanien, wo Lazarus war, den Jesus aus den Toten auferweckt hatte.
12.2 Sie machten ihm nun dort ein Abendessen, und Martha diente; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch lagen.
12.3 Da nahm Maria ein Pfund Salböl von echter, sehr kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete seine Füße mit ihren Haaren. Das Haus aber wurde von dem Geruch des Salböls erfüllt.
12.4 Es sagt aber Judas, der Iskariot, einer von seinen Jüngern, der ihn überliefern sollte:
12.5 Warum ist dieses Salböl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Armen gegeben worden?

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