geistlich herrschen mit dem Vater Unser Matthäus 6,9

Ein Freund berichtete von einem Treffen von Gebtets- und Missions- Leitern aus über 20 Nationen von Amerika bis Asien auch aus vielen islamischen Staaten. Zwei Dinge die uns in Europa noch weitgehend fehlen, haben mich berührt.

  1. Gebetsintensität und Vollmacht. Ich muss es zulassen, dass der Geist mich von dem Geschehen, das mein Anliegen ist, innerlich ergreift, dass Schmerz mich bewegt und ich mit Tränen lange vor Gott flehend auf dem Boden liege. Sogar eine Gruppe asiatischer Kinder haben sich so unter Tränen vor Gott für Deutschland eingesetzt.
  2. Nicht nur auf das Geschehen im Land reagieren, sondern in vollmächtigem Gebet über das Geschehen herrschen. Wie Notdienste der Handwerker bei Schäden helfen, wenn sie gerufen werden, so reagieren wir mit unserem Gebet wenn Nöte entstanden und groß geworden sind.
    Aber wir sind gerufen, den Schutz unseres Gottes durch unser Gebet zu aktivieren, damit uns Nöte nicht überwältigen können oder wir davon verschont bleiben.
    Wir sind berufen in Vollmacht zu herrschen.

Jesus hat uns die Vollmacht als Gesandte seines Reiches gegeben. Und er hat uns als Regierungserklärung das Vater Unser überlassen.
Mir ist der Gedanke wichtig, dass das Vater Unser nicht nur eine Zusammenfassung der wichtigsten Gebetsanliegen ist, die Gottes Ziel auf der Erde umfassen, sondern dass wir damit jedes Anliegen, das durch den Geist auf unser Herz gelegt wird, vor Gott mit voller Inbrunst bringen und mit unerschütterlichem  Glauben unter seine Herrschaft stellen können. Meine Gedanken zu dieser Sicht auf das Vater Unser können nicht umfassend sein, sondern sollen nur eine Anregung sein. Deshalb freuen mich Korrekturen, Fragen, Kommentare oder Ergänzungen besonders. (Stand 29.05.2017)

  1. Matth.6.7 Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden.
    6.8 Seid ihnen nun nicht gleich; denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. (6.9) Betet ihr nun so:
    Gott weiß, was wir brauchen und doch sollen wir darum bitten. Das ist für uns meist ungewöhnlich.
    o    Für uns ist es eine Höflichkeit oder ein Liebesbeweis, jemanden seine Wünsche von den Augen abzulesen und zu erfüllen, bevor er sich äußert, z.B. die Tür offen halten oder bei Tisch etwas zu reichen. Wenn ich meine Wünsche immer wiederhole, kann das aufdringlich sein oder Misstrauen zeigen.
    o  Unsere Bitten an Gott können und sollen  über unseren persönlichen Bedarf hinausgehen, ja weit hinausgehen. Ja unsere Bitten sollen sich nicht nur um unseren persönlichen Bedarf drehen. Unsere Bitten sollen das vor Gott bringen, was in unseren Herzen ist. Und wenn wir zusammen mit Jesus Gott unseren Vater nennen, dann muss in unserem Herzen auch das brennen, was im Herzen Jesu und Gottes brennt. Dazu gehört, dass der Sieg über die Werke Satans vollzogen wird und seine Macht gebrochen wird, wo uns Verantwortung gegeben ist. Das bedeutet auch, dass Menschen durch das Blut Jesu ihre persönliche Rettung erfahren. Das bedeutet auch, dass von uns der Shalom Gottes ausgeht.
    o Um das Realität werden zu lassen, was im Herzen Jesu brennt und auch in unserem Herzen brennen soll, reicht unser eigenes Vermögen nicht aus, sondern nur mit der Vollmacht Gottes kann es geschehen.
    o Mit dem Vater Unser hat Jesus uns nicht eine nur unverbindliche Gebetsvorlage gegeben, sondern es ist die Bevollmächtigung, die Gott seinen Gesandten auf der Erde gibt. Hinter dieser Bevollmächtigung steht durch den Heiligen Geist die verändernde, unbegrenzt mächtige Power (Kraft) Gottes.
    o Das Vater Unser ist in seiner wahren Bedeutung sehr weitreichend und deshalb die Regierungserklärung Gottes für seine treuen Diener auf der Erde.
    Jedem Kind ist ein Teil der umfassenden Vollmacht in dieser „Regierungserklärung Gottes“ zugewiesen. Um sie auszuführen, müssen wir sie in unserem Herzen verankern und dann im Gebet unsere Herrschaft ausführen. Und es wird nach der von Gott zugemessenen Zeit geschehen; so wie es auch eine zugemessene Zeit gedauert hat, als Gott sprach „Es werde …“.
  2. 6.9 Unser Vater, der [du bist] in den Himmeln, geheiligt werde dein Name
    Dies ist die Überschrift der Regierungserklärung Gottes und er legt fest, worum es geht.
    o  Es geht um eine Vaterbeziehung, nicht um Despotie und auch nicht um Demokratie. Die Vaterbeziehung wird in der Anbetung gepflegt und vertieft. Die Vaterschaft Gottes ist von einem unerschöpflichen Liebesfluss gefüllt. Dieser Liebesfluss ist auf einen ungehinderten gegenseitigen Austausch ausgelegt. Aber Gottes Liebe hört auch nicht auf, wenn der Mensch diesen Liebesfluss von seiner Seite behindert oder stoppt.
    o Das Ziel der Regierungserklärung ist letztlich allein, dass der Name Gottes verherrlicht wird.  Das ist nur zu verstehen, wenn ich weiß, dass jede Erfüllung, Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit allein von Gott kommen und in ihm konzentriert sind und bleiben.
    o Mit „Unser“ sind alle Menschen gemeint, er hat sie nach seinem Ebenbild geschaffen und ihnen seinen Geist eingeblasen. Aber nicht alle Menschen haben sich für den Wiedereintritt in die Vaterbeziehung entschieden.
    o „Unser“ sind für uns immer die Menschen für die wir in unserem Herzen eine besondere Last tragen. Das kann die Familie, die Gemeinde, meine Stadt, mein Land, die Verfolgten oder die noch Verlorenen sein. Je nach der Last in unserem Herzen und unserer Berufung.
    o „Unser“ da gibt es keine Grenzen, weder zwischen Völkern noch Religionen, noch Konfessionen. Das Reich Gottes ist für alle Menschen gedacht. Jeder muss selber eintreten. Grenzen kommen nicht von Gott, sondern von Menschen aus ihren harten Herzen.
  3. 6.10 dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden.
    Dies ist der eigentliche Inhalt der Regierungserklärung. Das ist sehr umfassend, eigentlich allumfassend. Jesus ergeht sich hier nicht in Einzelheiten und Details, wie die Umsetzung erfolgen soll. Zusammengfasst kann man sagen:
    Die Arbeitsmethode ist, das Reich Gottes auf die Erde bringen,
    um das Ziel zu erreichen, dass der Name Gottes verherrlicht wird.
    Dies ist ein wirklich großes Projekt Gottes. Es hat schon vor tausenden von Jahren nach dem Sündenfall begonnen. Und die Umsetzungsschritte sind sehr vielseitig und oft sehr klein. Und noch immer ist dies Projekt Gottes unser Regierungsauftrag.
    o Die Frage für den Einzelnen hier und heute ist, wo ist mein Auftrag, meine Berufung an diesem Projekt Gottes mitzuarbeiten? Oder was brennt in meinem Herzen.
    o Der Wunsch nach Erweckung in Deutschland und Europa brennt in vielen Herzen lebendiger Christen. Die Älteren sind oft schon ermüdet, die Jüngeren fragen: Warum hören wir von Erweckung in Afrika, Asien, Südamerika, … aber nur wenig bei uns?
    Es geschieht etwas, dafür dürfen wir dankbar sein: Gott hat uns nicht vergessen. Noch ist Gottes Zeit für eine mächtige  Ausgießung des Geistes nicht erfüllt, vielleicht bald oder auch sehr bald. Wenn ich nach Gründen für dies Verzögerung frage denke ich an Markus 6.6
    Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte.
    Jesus sagt dies über seine Vaterstadt. Ich habe den Eindruck, dass wir uns in dieser Aussage in Deutschland und Europa auch wiedererkennen können.
    Bei uns ist nicht Jesu Vaterstadt, aber wir feiern dieses Jahr 500 Jahre Reformation.
    o Die Reformation war eine neue Offenbarung der Gerechtigkeit vor Gott allein aus Gnade und sie war der Startpunkt, die Bibel in Deutsch unter das Volk zu bringen. Und das hat sich nicht nur auf die Anhänger Luthers ausgewirkt.
    Aber was ist dabei in diesem Festjahr übriggeblieben? Das Leben Luthers wird dargestellt. Es wird dargestellt zu welchen gesellschaftlichen Änderungen die Reformation geführt hat. Es gibt gute Gründe stolz darauf zu sein.
    o Aber das Wort Gottes bleibt meist gut gehütet in den Kirchen, es wird nicht wieder neu unter das Volk gebracht, das sich aus den Kirchen entfernt hat. Im Gegenteil, die christlichen Werte, die Grundlage unserer Gesetze waren, werden immer mehr verwässert oder zurückgezogen und die Kirchen erheben nicht laut, deutlich und anhaltend ihre Stimmen in der Öffentlichkeit. Es entstehen Leerräume in den Grundwerten in Deutschland. Aber das ist eine Täuschung, die Leerräume bleiben nicht leer, christliche Wertevorstellungen werden ersetzt durch schnell veränderliche Lebensinhalte oder Lebensentwürfe, die immer mehr mit selbstgewählten und egozentrischen Götzen gefüllt werden. Wer seine eigenen Lebensinhalte gefunden hat, ist nur schwer zugänglich für Wahrheiten, die außerhalb seines Wahrnehmungsbereiches liegen. Für diese Menschen haben Kirche und christlicher Glaube ausgedient, sie sind nicht mehr offen, Gottes Wirken, seine Gegenwart wahrzunehmen und Zeichen und Wunder  anzuerkennen. Dies ist ein Unglaube, der dem entspricht, den Jesus in seiner Vaterstadt vorgefunden hat.
    o Da ich diesen heutigen Unglauben nicht umfassend beschreiben kann, nenne ich ihn den „Geist des Unglaubens“.  Dieser Geist des Unglaubens ist nach meinem Eindruck der Hauptgrund für die Verzögerung einer Erweckung in Deutschland und Europa. Dazu gehört auch eine falsch verstandene Toleranz gegen Religionen, die nicht  den Gott der Bibel verehren. Wir sollen anderen Menschen mit der Liebe Jesu begegnen, aber wir dürfen das biblische Zeugnis nicht unterdrücken: Jesus ist Gottes Sohn und der einzige Weg zum Vater.
    o  Elia hat nach Jahren von Not und Abfall gegen die Baalspriester gekämpft und Gott gab ihm den Sieg. Ich denke ähnlich ruft Gott heute Gläubige auf gegen den Geist des Unglaubens zu kämpfen. Jesus hat uns mit dem „Vater Unser“ die Regierungserklärung zum Herrschen gegeben.
    Ergreifen wir unsere Vollmacht den Geist des Unglaubens zurück zu drängen. Dies ist jetzt eine vordringliche Aufgabe oder noch besser unsere Berufung.
    o Der Geist des Unglaubens ist mit viel Schuld durch Abfall von der Wahrheit und Unterlassungen verbunden. Diese Schuld muss stellvertretend vor Gott gebracht werden und wie der Einzelne geführt wird, muss es eine Zeit der Buße geben. Ich denke, dass Gott darauf wartet, denn 500 Jahre Reformation steht für 10 Jubeljahre, also 10 Zeitabschnitte mit 50 Jahren, wobei das 50te Jahr das Jubeljahr ist. Ein Jubeljahr ist das von Gott bestimmte Erlassjahr für Schulden. Damit macht Gott einen Neuanfang möglich.
  4. 6.11 Unser tägliches Brot gib uns heute;
    o Menschliche Versorgung beruht auf Sammeln von Vorräten und Schätzen und auf Anlegen von planbaren Sicherheiten. Was erreicht wird, ist ein Gefühl der Sicherheit, das aber sehr anfällig ist und in Hilflosigkeit und Verzweiflung umschlagen kann.
    o Gottes Versorgung beruht auf Glaube und Vertrauen, dass er uns zur rechten Zeit die nötigen Dinge für unser Leben und unsere Berufungen zukommen lässt.
    Wenn wir die Regierungserklärung Gottes umsetzen wollen müssen wir dabei auch auf Gottes Versorgung vertrauen.
  5. 6.12 und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben;
    Hiermit werden wir für unseren vollmächtigen „Regierungsauftrag“ einsatzfähig gemacht. Nicht vor Gott bekannte eigene Schuld und Schulden, die wir unseren Nächsten einschließlich unseren Feinden nicht vergeben haben, können uns so belasten, dass unser Einsatz nicht die vorgesehene Frucht bringt.
  6. 6.13 und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen.
    Dieser Vers steht nicht in den älteren Abschriften, aber er passt gut.
    Diese Worte rufen den göttlichen Begleitschutz herbei, wenn wir uns in Sachen „Regierungsauftrag“ auf den Weg gemacht haben.

So verstanden beauftragt uns Jesus mit dem Vater Unser in unserem Leben zu herrschen.  Diesen Auftrag zu herrschen bekräftigt auch Paulus im Brief an die
Römer 5.17 so werden viel mehr die, welche die Überschwänglichkeit der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.

Erweckung hat zur Folge, dass wir diesen Auftrag annehmen und umsetzen.


Bibelstellen

Matthäus 6.8 Seid ihnen nun nicht gleich; denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet.
6.9 Betet ihr nun so: Unser Vater, der [du bist] in den Himmeln, geheiligt werde dein Name;
6.10 dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden
6.11 Unser tägliches Brot gib uns heute;
6.12 und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben;
6.13 und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen
6.14 Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 13.54 Und er kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Synagoge, so dass sie sehr erstaunten und sprachen: Woher hat er diese Weisheit und die Wunderwerke?
13.55 Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria, und seine Brüder Jakobus und Joseph und Simon und Judas?
13.56 Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher hat er nun dies alles?
13.57 Und sie ärgerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, außer in seiner Vaterstadt und in seinem Haus.
13.58 Und er tat dort nicht viele Wunderwerke wegen ihres Unglaubens.

Markus 6.1 Und er ging von dort weg und kam in seine Vaterstadt, und seine Jünger folgten ihm nach.
6.2 Und als es Sabbat geworden war, fing er an, in der Synagoge zu lehren; und viele, die zuhörten, erstaunten und sagten: Woher [hat] der das? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist, und solche Wunderwerke geschehen durch seine Hände?
6.3 Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und ein Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich über ihn.
6.4 Und Jesus sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, außer in seiner Vaterstadt und unter seinen Verwandten und in seinem Haus.
6.5 Und er konnte dort kein Wunderwerk tun, außer dass er wenigen Schwachen die Hände auflegte und sie heilte.
6.6 Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte.

Lukas 11.1 Und es geschah, als er an einem Ort war und betete, da sprach, als er aufhörte, einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte!
11.2 Er sprach aber zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:
Vater, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme;
11.3 unser nötiges Brot gib uns täglich;
11.4 und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns schuldig ist; und führe uns nicht in Versuchung.

Römer 5.17 Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche die Überschwänglichkeit der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus

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